Als ich 2006 in Beijing war, habe ich nach meiner ersten Kluberfahrung das geschrieben:
„Erster Kontakt mit dem samstäglichen Wahnsinn im Ausgehviertel Sanlitun, ein MickyMaus-Oktoberfest mit Rotlicht. Zusammen mit einem Amerikaner treffe ich zwei seiner chinesischen Bekannten, die pausenlos von Geld, deutschen Autos und Frauen reden. Einer nennt sich Peter (ich glaube fast alle nennen sich Peter) und fährt uns in einen Nachtklub. Ein großer Klub mit kleiner Tanzfläche, ganz vielen Tischen und überall Geschmacksverbrechen wie Spiegel und Chrom. Peters Boss gibt wahrscheinlich mehrere Tausend Yuan für diesen Abend aus. Er hat einen Tisch gebucht, dort sitzen wir und werden gnadenlos abgefüllt mit Whiskey und grünem Tee. Der eigens für diesen Tisch zuständige Kellner sorgt für jederzeit volle Gläser und die Tischnachbarn bearbeiten mich mit Gan bei. Ich trinke mehr als ich vertrage, setze mich ins Taxi und fahre nach Hause. Puh. Morgen vielleicht mal ein Museum.“
In der Januarausgabe des Stadtmagazins that’s Beijing kann man lesen, wie sich das Pekinger Nachtleben weiterentwickelt hat:
„Chinese clubs aren’t about the music. They’re about looking flashy at a table dominated by a jug of Chivas and billions of green tea bottles. The dance floor is the excuse to have loud music and rich guys, which is the excuse for women to gussy up and act cute. The Chinese club caters to booth-sitters and fair-weather whiskey drinkers. In the twilight of 2007, Golden Club, which replaced hapless South Street refugee Tanewha in the Tongli Studio, took the next logical step in the evolution of the Beijing disco. They did away with the dance floor all together. So as you sit, deafened by music, blinded by whirling projectors vomiting lasers and kaleidoscopic spectrums, the DJ booth presides over nothing.“




