Man kann aus China nicht ohne weiteres auf BBC und Wikipedia zugreifen. WordPress und viele andere Blogportale sind ebenso geblockt. Um hier Beiträge zu posten, oder um Wikipedia zu nutzen, verwende ich einen Proxy Server. Mit einem Proxy Server kann man die Great Firewall ganz einfach durchbrechen. Jeder Expat in Peking weiß das. Ein typischer chinesischer Internetsurfer kennt diese Möglichkeit nicht.
Ach, Quatsch. Es gibt keinen typischen chinesischen Internetsurfer und auch keinen typischen Chinesen. Es gibt 1,3 Milliarden unterschiedliche Menschen unter der Idee namens China. Was ich eigentlich sagen will ist: Ich habe bisher mit drei Studenten über Internetzensur geredet, alles relativ smarte Universitätsabsolventen aus Peking, und keiner wusste, wie die virtuelle chinesische Mauer zu umgehen ist.
Ganze Domains zu blocken ist plump, Technologie von gestern. Der neueste Schrei ist das gezielte Sperren einzelner Seiten. Während der Übertragung eines Artikels von Spiegel-Online werden die Datenpakete nach Schlüsselwörtern durchsucht, und bei sensiblen Inhalten wird die Verbindung gekappt. So kann es passieren, dass nur die erste Hälfte einer Meldung auf dem Bildschirm erscheint. Wer in China gelesen werden will, sollte Wörter wie Tibet also ans Ende stellen.