Ich möchte nicht am Computer sitzen und Blogeinträge schreiben, wenn mir nur ein paar Wochen in China verbleiben. Hier kommt also nix mehr, vielleicht noch ein paar Fotos im August, wenn ich wieder in Berlin bin.
Juli 1, 2008
Endspurt
Ich schreibe nun wieder. Ich hatte im April, Mai und Juni Motivationsprobleme, aber ich möchte die verbleibende Zeit bis zur Abreise Anfang August mindestens einmal pro Woche etwas posten. Wenn mir nix einfällt, zeige ich halt Fotos. Ich hoffe, ihr schaut rein.
März 31, 2008
James Fallows
Alles was man über die Great Firewall wissen muss steht in „The Connection Has Been Reset“ von James Fallows. Dieser Autor hat kürzlich noch einen Artikel vom Typ All-you-need-to-know fabriziert, und zwar über die gewaltigen Devisenreserven Chinas: „The $1.4 Trillion Question“. Nachdem ich die beiden Artikel gelesen habe fühle ich mich – vorläufig – vollständig informiert über die Themen Internetzensur in China und Unterbewertung des Renminbi. Der Autor gefällt mir.
Dann wäre da noch der Artikel über Herrn Zhang. Sieben Prozent der Chinesen tragen den Nachnamen Zhang, doch nur einer ist Umweltaktivist mit Privatjet; jemand, der Pyramiden bauen lässt und neben einer Kopie von Schloss Versailles wohnt; der seine neuen Mitarbeiter in ein Bootcamp schickt, sie uniformiert und nummeriert und deutlich über Marktlohn bezahlt. Herr Zhang will mit seiner Vision für China 2015 ganz groß rauskommen. Sehr lesenswert.
März 25, 2008
Die chinesische Mauer
Man kann aus China nicht ohne weiteres auf BBC und Wikipedia zugreifen. WordPress und viele andere Blogportale sind ebenso geblockt. Um hier Beiträge zu posten, oder um Wikipedia zu nutzen, verwende ich einen Proxy Server. Mit einem Proxy Server kann man die Great Firewall ganz einfach durchbrechen. Jeder Expat in Peking weiß das. Ein typischer chinesischer Internetsurfer kennt diese Möglichkeit nicht.
Ach, Quatsch. Es gibt keinen typischen chinesischen Internetsurfer und auch keinen typischen Chinesen. Es gibt 1,3 Milliarden unterschiedliche Menschen unter der Idee namens China. Was ich eigentlich sagen will ist: Ich habe bisher mit drei Studenten über Internetzensur geredet, alles relativ smarte Universitätsabsolventen aus Peking, und keiner wusste, wie die virtuelle chinesische Mauer zu umgehen ist.
Ganze Domains zu blocken ist plump, Technologie von gestern. Der neueste Schrei ist das gezielte Sperren einzelner Seiten. Während der Übertragung eines Artikels von Spiegel-Online werden die Datenpakete nach Schlüsselwörtern durchsucht, und bei sensiblen Inhalten wird die Verbindung gekappt. So kann es passieren, dass nur die erste Hälfte einer Meldung auf dem Bildschirm erscheint. Wer in China gelesen werden will, sollte Wörter wie Tibet also ans Ende stellen.
März 10, 2008
Real Estate Rock’n'Roll
Wer in Europa von einem Chateau redet, meint ein Schloss oder ein französisches Weingut. Nicht so in China. In Peking kann „Chateau“ einen zwanzigstöckigen Büroturm bezeichnen, und ein wuchtiger Betonklotz an einer achtspurigen Hauptverkehrsstrasse nennt sich Villa. Keine Grenzen. Die Möglichkeiten bei der Namensgebung werden nicht durch störende sprachliche Konventionen limitiert. Auch nicht durch mangelnde Englischkenntnisse. Man ist frei. Willkürlich kombinieren die chinesischen Marketingstrategen Schnipsel aus englischsprachigen Immobilienprospekten. Doch welcher ausländische Unternehmer auf Suche nach einem Büro kann vertreten, dass sämtliche Geschäftskorrespondenz zukünftig aus dem International Wonderland gesendet wird?
Meine derzeitigen Top-3 in Peking:
- Chateaux Glory
- International Wonderland
- Yuppie International Condos