März 31, 2008

James Fallows

Alles was man über die Great Firewall wissen muss steht in „The Connection Has Been Reset“ von James Fallows. Dieser Autor hat kürzlich noch einen Artikel vom Typ All-you-need-to-know fabriziert, und zwar über die gewaltigen Devisenreserven Chinas: „The $1.4 Trillion Question“. Nachdem ich die beiden Artikel gelesen habe fühle ich mich - vorläufig - vollständig informiert über die Themen Internetzensur in China und Unterbewertung des Renminbi. Der Autor gefällt mir.

Dann wäre da noch der Artikel über Herrn Zhang. Sieben Prozent der Chinesen tragen den Nachnamen Zhang, doch nur einer ist Umweltaktivist mit Privatjet, jemand, der Pyramiden bauen lässt und neben einer Kopie von Schloss Versailles wohnt, der seine neuen Mitarbeiter in ein Bootcamp schickt, sie uniformiert und nummeriert und deutlich über Marktlohn bezahlt. Herr Zhang will mit seiner Vision für China 2015 ganz groß rauskommen. Sehr lesenswert.

März 25, 2008

Die chinesische Mauer

Man kann aus China nicht ohne weiteres auf BBC und Wikipedia zugreifen. WordPress und viele andere Blogportale sind ebenso geblockt. Um hier Beiträge zu posten, oder um Wikipedia zu nutzen, verwende ich einen Proxy Server. Mit einem Proxy Server kann man die Great Firewall ganz einfach durchbrechen. Jeder Expat in Peking weiß das. Ein typischer chinesischer Internetsurfer kennt diese Möglichkeit nicht.

Ach, Quatsch. Es gibt keinen typischen chinesischen Internetsurfer und auch keinen typischen Chinesen. Es gibt 1,3 Milliarden unterschiedliche Menschen unter der Idee namens China. Was ich eigentlich sagen will ist: Ich habe bisher mit drei Studenten über Internetzensur geredet, alles relativ smarte Universitätsabsolventen aus Peking, und keiner wusste, wie die virtuelle chinesische Mauer zu umgehen ist.

Ganze Domains zu blocken ist plump, Technologie von gestern. Der neueste Schrei ist das gezielte Sperren einzelner Seiten. Während der Übertragung eines Artikels von Spiegel-Online werden die Datenpakete nach Schlüsselwörtern durchsucht, und bei sensiblen Inhalten wird die Verbindung gekappt. So kann es passieren, dass nur die erste Hälfte einer Meldung auf dem Bildschirm erscheint. Wer in China gelesen werden will, sollte Wörter wie Tibet also ans Ende stellen.

März 10, 2008

Real Estate Rock’n'Roll

Wer in Europa von einem Chateau redet, meint ein Schloss oder ein französisches Weingut. Nicht so in China. In Peking kann „Chateau“ einen zwanzigstöckigen Büroturm bezeichnen, und ein wuchtiger Betonklotz an einer achtspurigen Hauptverkehrsstrasse nennt sich Villa. Keine Grenzen. Die Möglichkeiten bei der Namensgebung werden nicht durch störende sprachliche Konventionen limitiert. Auch nicht durch mangelnde Englischkenntnisse. Man ist frei. Willkürlich kombinieren die chinesischen Marketingstrategen Schnipsel aus englischsprachigen Immobilienprospekten. Doch welcher ausländische Unternehmer auf Suche nach einem Büro kann vertreten, dass sämtliche Geschäftskorrespondenz zukünftig aus dem International Wonderland gesendet wird?

Meine derzeitigen Top-3 in Peking:

  1. Chateaux Glory
  2. International Wonderland
  3. Yuppie International Condos

Februar 28, 2008

Gossip

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,537919,00.html

Februar 26, 2008

Die Peking-Disco

Als ich 2006 in Beijing war, habe ich nach meiner ersten Kluberfahrung das geschrieben:

“Erster Kontakt mit dem samstäglichen Wahnsinn im Ausgehviertel Sanlitun, ein MickyMaus-Oktoberfest mit Rotlicht. Zusammen mit einem Amerikaner treffe ich zwei seiner chinesischen Bekannten, die pausenlos von Geld, deutschen Autos und Frauen reden. Einer nennt sich Peter (ich glaube fast alle nennen sich Peter) und fährt uns in einen Nachtklub. Ein großer Klub mit kleiner Tanzfläche, ganz vielen Tischen und überall Geschmacksverbrechen wie Spiegel und Chrom. Peters Boss gibt wahrscheinlich mehrere Tausend Yuan für diesen Abend aus. Er hat einen Tisch gebucht, dort sitzen wir und werden gnadenlos abgefüllt mit Whiskey und grünem Tee. Der eigens für diesen Tisch zuständige Kellner sorgt für jederzeit volle Gläser und die Tischnachbarn bearbeiten mich mit Gan bei. Ich trinke mehr als ich vertrage, setze mich ins Taxi und fahre nach Hause. Puh. Morgen vielleicht mal ein Museum.”

In der Januarausgabe des Stadtmagazins that’s Beijing kann man lesen, wie sich das Pekinger Nachtleben weiterentwickelt hat:

“Chinese clubs aren’t about the music. They’re about looking flashy at a table dominated by a jug of Chivas and billions of green tea bottles. The dance floor is the excuse to have loud music and rich guys, which is the excuse for women to gussy up and act cute. The Chinese club caters to booth-sitters and fair-weather whiskey drinkers. In the twilight of 2007, Golden Club, which replaced hapless South Street refugee Tanewha in the Tongli Studio, took the next logical step in the evolution of the Beijing disco. They did away with the dance floor all together. So as you sit, deafened by music, blinded by whirling projectors vomiting lasers and kaleidoscopic spectrums, the DJ booth presides over nothing.”

Februar 23, 2008

Gernal Mr. Pnima Mailjazz

Witze über falsche Übersetzungen und andere sprachliche Unzulänglichkeiten mögen abgedroschen sein, schmunzeln muss ich dennoch immer wieder. Diese Bäckerei ist „chain-like“: Vermutlich wird eine Expansion angestrebt, aber bisher gibt es eben nur diesen einen Laden.

Chain-like

Drinnen lernen wir dann etwas über das traditionsreiche Geschäftskonzept der Bäckerei. Die Kekse waren übrigens lecker.

Geschäftskonzept

Next Page »